1 Kommentar

  1. Naja, ich denke dass „Designo“ auch ein wenig Augenwischerei war und ĂŒberdecken sollte, dass Mitte der 1990er Jahre die bis dato sehr umfangreichen Möglichkeiten, sein Auto auch ohne „Manufaktur“ zu individualisieren, zunehmend wegfiel. Den R129 der ersten Baujahre konnte man in 22 (!) Farben bestellen, davon acht Standardfarben ohne Aufpreis. Dazu gab es ebenfalls aufpreisfrei acht (!) Farben fĂŒr die Innenausstattung zu bestellen: schwarz, grau, blau, mittelrot, piniengrĂŒn, cremebeige, dattel und brasil. Der W124 der frĂŒhen 1990er Jahre war in Stoff, Leder, Velour und MB-Tex Kunstleder zu bekommen, natĂŒrlich teilweise per Aufpreis, aber dennoch von der Stange und zu weitaus niedrigeren Preisen wie „Designo“. Dazu kommt noch etwas: Ich denke, dass sich die Werks-Designer sehr viele Gedanken machen, welche Farben zu den Karosserieformen „passen“. Mir persönlich gefĂ€llt ein R129 in pink oder mint ĂŒberhaupt nicht, ebensowenig schreiend bunte Innendessins teilweise in Kontrastfarben. Aber der Kunde ist König und um zu vermeiden, dass der KĂ€ufer zur Individualisierung wo anders hingeht befriedigte man eben auf diese Weise vom Werk die BedĂŒrfnisse. Es gab da aber schon gruselige Dinge. (Flip-Flop-Lacke, Stein-Applikationen)

    Das gleiche gilt fĂŒr Alufelgen. Den SL gab es zu Anfang (wenn man von AMG absieht) gerade mal in zwei Felgen-Varianten: Gullideckel und Achtloch-Felgen. Das wars. Klar dass die Kundschaft sich auf dem freien Markt breite Felgen besorgte. Mercedes steuerte dann rasch nach und bot mit den Jahren ab Werk eine zunehmend grĂ¶ĂŸere Auswahl an.

    Also ist „Designo“ fĂŒr mich nichts anderes, als ein Weg, den Kunden ans Werk zu binden. Ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat (auch der Werbeaufwand) weiß ich nicht.

    Viele GrĂŒĂŸe
    Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert