
Im Juli war es endlich geschafft: Mein Jaguar Daimler Super V8, den ich aus Frankreich gekauft habe, war nicht nur zugelassen, sondern auch vollstĂ€ndig gewartet und repariert (in diesem Beitrag habe ich ausfĂŒhrlicher darĂŒber berichtet). Seitdem war ich zwar einige Male mit meinem neuen X308 unterwegs, aber fĂŒr einen lĂ€ngeren Roadtrip reichte die Zeit noch nicht. Das habe ich gestern nachgeholt. Ich hatte fĂŒr unseren Sohn und mich Karten fĂŒr die Aktion „GroĂe Pötte und Kleine ZĂŒge“ im Hamburger Miniatur-Wunderland gekauft – ein Kombiticket aus abendlicher Hafenrundfahrt und anschlieĂender Besichtigung des Miniatur-Wunderlands. (Spoiler vorab: Eine tolle Kombination, lohnt sich!) Wir haben den Kurztrip von rund 400 Kilometern pro Strecke nach Hamburg aber auch genutzt, um endlich einmal den Super V8 auf einem lĂ€ngeren Roadtrip nĂ€her kennenzulernen. đ

So ging es am Montagmorgen los in Richtung Hamburg. Wir hatten GlĂŒck mit dem Verkehr und haben die gut 400 Kilometer aus dem Kreis Viersen quer durchs Ruhrgebiet bis nach Hamburg ohne gröĂeren Stau und ohne Regen geschafft. Â

Auf der A1 war in groĂen Teilen tatsĂ€chlich wenig Verkehr, so dass wir die drei Spuren nutzen und teils recht zĂŒgig unterwegs sein konnten. Dabei hat mich der Super V8 begeistert: Der Kompressor-V8 schiebt den Jaguar auch bei niedrigen Drehzahlen im fĂŒnften Gang krĂ€ftig an, und das Auto liegt mit seinem CATS-Fahrwerk bei hohen Geschwindigkeiten angenehm straff auf der StraĂe. Auf der verkehrsarmen, dreispurigen A1 haben mir Reisegeschwindigkeiten um 180 km/h richtig Freude gemacht; die Drehzahl blieb dabei angenehm niedrig bei gut 3.500 Umdrehungen. Â

Klasse fand ich, dass die Automatik den Kompressor-V8 das tun lĂ€sst, was er richtig gut kann: Kraftvoll aus niedrigen Drehzahlen anschieben, ohne unnötig zurĂŒckzuschalten. Den „S-Schalter“ (fĂŒr Sport) an der Automatik habe ich dazu bewusst deaktiviert belassen. Wenn man so zum Beispiel bei 100 km/h (=2.000 Umdrehungen) auf D Vollgas gibt (ohne Kickdown!), wird (glĂŒcklicherweise) nicht zurĂŒckgeschaltet, sondern einfach im fĂŒnften Gang angeschoben.
Was dann passiert, war jedes Mal wieder ein freudvolles Erlebnis: Der V8 grollt dezent, schiebt gewaltig an und und man ist im Nu bei 160.Â

Die Seite des Daimler Super V8 habe ich auf der Autobahnfahrt nach Hamburg zum ersten Mal bewusst erlebt und sehr genossen. Die Kombination aus dem bei hohen Geschwindigkeiten zunehmend straffen CATS-Fahrwerk und dem bei niedrigen Drehzahlen so drehmomentstarken Kompressor-V8 macht dann doch nochmal einen groĂen Unterschied zu meinem vorherigen Daimler V8, dessen Fahrwerk weicher war und dessen V8-Motor fĂŒr zĂŒgiges Fortkommen deutlich mehr Drehzahl brauchte. Die Fahrt nach Hamburg hat also SpaĂ gemacht!

Angekommen in Hamburg darf der X308 sich in der Tiefgarage ausruhen und wir erkunden Hamburg zunĂ€chst mal zu FuĂ weiter. Wir hatten GlĂŒck, dass wir nicht nur die Fahrt, sondern auch den ganzen Tag und Abend am Montag ohne Regen ĂŒberstanden haben! Â

Nach unserer Tour zu FuĂ und einem guten Abendessen ging es um 20 Uhr zur Hafenrundfahrt. Vom Wasser aus erlebt man Hamburg aus einer ganz besonderen Perspektive und spĂŒrt, warum der Hafen seit Jahrhunderten sozusagen die Seele dieser faszinierenden Stadt ist. Absolut sehenswert!Â





Das Miniatur-Wunderland in Hamburg war nach der Hafenrundfahrt natĂŒrlich eine Attraktion der ganz besonderen Art. Viele von Euch werden die Anlage vermutlich kennen und ich werde hier nicht nĂ€her darauf eingehen. Nur so viel sei gesagt, wir waren neben der GröĂe vor allem schwer beeindruckt von der dahinter liegenden Technik und der Liebe zum Detail. Und wer will, kann neben den vielen ZĂŒgen auch auf Entdeckungstour fĂŒr den Lieblings-Youngtimer gehen… đ Â






Am Folgetag war natĂŒrlich noch Zeit fĂŒr ein bisschen mehr Sightseeing. Klasse fand ich vor allem den Besuch des Hamburger Wahrzeichens „Michel“, der eigentlich Hauptkirche St. Michaelis heiĂt. Zwischen den beiden folgenden Bildern links und rechts liegen ĂŒbrigens 452 Stufen – oben angekommen wird man mit einem Rundblick ĂŒber Hamburg in 106 Metern Höhe belohnt, der sich lohnt.Â


In der Stadt waren wir nicht viel mit dem Jaguar unterwegs, ein paar Fotos vor der Abreise mussten aber sein. Ich finde, der X308 passt irgendwie perfekt in die Hamburger Innenstadt, so wie er britische Eleganz, zeitlosen Luxus und hanseatische ZurĂŒckhaltung vereint. Zwischen den prachtvollen Altbauten, den stilvollen KontorhĂ€usern und dem besonderen Flair der Hafen-City wird jede Fahrt zu einer kleinen Zeitreise…Â



Bei der Tour durch die Stadt wurden wir ĂŒbrigens mehrere Mal auf den schönen Jaguar angesprochen, was natĂŒrlich auch Freude bereitet. Sehr nett war zum Beispiel diese Schulklasse, die den X308 kollektiv bewundert hatte.Â

Es waren nur zwei Tage, die sich aber in vielfacher Hinsicht sehr gelohnt haben. Bleibt zum Schluss noch die Bilanz in Zahlen: Von TĂŒr zu TĂŒr und retour waren wir 859 Kilometer unterwegs und sind auf einen Durchschnittsverbrauch von 13,6 Litern gekommen. Das reflektiert die Mischung aus sehr zĂŒgigen, aber auch vielen tempolimitierten Autobahnabschnitten. Und mein X308 hat auf der Fahrt die Laufleistung von 86.000 Kilometern ĂŒberschritten.Â



Es war eine schöne Tour, die ich sehr zur Nachahmung empfehlen kann.
Wohin hat Euch Euer letzter Roadtrip mit dem Youngtimer gefĂŒhrt? Ich freue mich wie immer ĂŒber Eure Kommentare unter dem Beitrag! đÂ

