
August ist Zeit fĂŒr die Sommerferien, besonders mit drei schulpflichtigen Kindern. Wir verbringen ein paar Tage an der wunderschönen Costa Brava (sehr empfehlenswert, wenn man die WĂ€rme mag – wir verfolgen fast allabendlich, ob es um 23 Uhr schon unter 30 Grad ist). Viele GrĂŒĂe aus dem SĂŒden! âïž

Bei mir persönlich ist es so, dass die Fahrt von zuhause in den SĂŒden schon Teil des Urlaubs ist. Meine Frau und die Kinder sehen das etwas âdifferenzierterâ đ Sie sind deswegen lieber nach Barcelona geflogen, wo ich sie dann mit unserem Familienkombi aufgegabelt habe. Besagter Familienkombi ist eine E-Klasse der Baureihe W214, in dem wir vor Ort unsere AusflĂŒge zu fĂŒnft unternehmen – unser Nachwuchs wie ĂŒblich zu dritt auf der RĂŒckbank.

Eigentlich ist die E-Klasse ein perfektes Reiseauto: Leise, komfortabel, hochvernetzt und mit groĂem Kofferraum. Und doch habe ich auf der langen, entspannten Fahrt auf der Autoroute du Soleil in Richtung SĂŒden Freude an jedem Oldtimer und Youngtimer, dem ich begegne, wie zum Beispiel dieser Vor-vor-vorgĂ€nger (fehlen noch 2-3 PrĂ€fixe) unseres S214 in Form eines S124 (=W124 T-Modell) mit dem legendĂ€ren Autohome-Dachaufbau, in dem man unterwegs wohnen kann.

Und so begleitet mich ein Gedankenspiel, das vermutlich nur Youngtimer-Fans im Urlaub beschĂ€ftigt: WĂŒrden unsere Kinder zu dritt auf der RĂŒckbank in einem Mercedes S-Klasse des Typs W140 besser sitzen als in der aktuellen E-Klasse? Bei seiner MarkteinfĂŒhrung vor 35 Jahren war dieses Modell berĂŒhmt fĂŒr den gröĂten Innenraum seiner Klasse; die Presse berichtete damals vom RaumgefĂŒhl einer Kathedrale.
Aber wie ist das heute – ist der Innenraum eines W140 im Vergleich zu heutigen Reiselimousinen immer noch besonders groĂ? đ€


Wir haben die Breite der RĂŒckbank also nachgemessen und als ausschlaggebendes MaĂ den Abstand von Armlehne links zur Armlehne rechts ausgemessen. Die Breiten der Armlehnen selbst haben wir erstmal ausgespart.
Das Ergebnis ist eindeutig: In der aktuellen E-Klasse messen wir 135,5 cm Breite (immerhin!), im W140 142 cm. Das ist ein Mehr an Breite von 6,5 cm fĂŒr den W140. Keine Welt, aber immerhinâŠ


Weitere Werte entnehme ich den Werksangaben: Im Fond des W214 stehen rund 145 cm Schulterbreite, 92 cm Beinfreiheit und 96 cm Kopffreiheit zur VerfĂŒgung. Beim W140 mit langem Randstand (den könnte man sich als Youngtimer ja gönnen) sind es etwa 156 cm, 101 cm und 98 cm. 30 Jahre Fortschritt â trotzdem gewinnt der âalte W140â beim Platzangebot. Sein Fond war eben weniger RĂŒckbank als Wohnzimmer.
Kurzum, der W140 schlĂ€gt beim Vergleich des Raumangebots auf der RĂŒckbank auch die aktuelle E-Klasse noch.

Die RĂŒckbank des W140 hat natĂŒrlich auch Nachteile: (1) Der mittlere Gurt ist nur ein Beckengurt, kein Dreipunktgurt wie im W214. (2) Seiten-Airbags in den TĂŒren im Fond gab es beim W140 erst ab 1996, die Windows-Bags hinten gab es gar nicht. (3) Die Sonnenschutzrollos fĂŒr die TĂŒrfenster gab es beim W140 noch nicht. Und last not least: Bei Nutzung zu zweit profitiert man hinten im W214 von einer stĂ€rker ausgeformten Sitzkontur (das geht natĂŒrlich zu Lasten einer dritten Person).
NatĂŒrlich hat der W214 Assistenzsysteme, SitzbelĂŒftung und deutlich modernere Sicherheitstechnik. Aber die Kinder auf der RĂŒckbank interessiert bei lĂ€ngeren Fahrten etwas anderes: Wie weit ist meine Schwester eigentlich von mir entfernt?
Sonnige UrlaubsgrĂŒĂe aus Spanien! Und die Frage an Euch: W214 oder W140 â welche RĂŒckbank wĂŒrdet Ihr wĂ€hlen? đ


