
50 Shades of Grey, so lieĂe sich auch das heutige StraĂenbild treffend beschreiben. Ich habe es schon mehrfach geschrieben: FĂŒr meinen Geschmack ist zu wenig Farbe auf der StraĂe sichtbar. Nehmen wir meinen silbernen Mercedes SL: FĂŒr sich gefĂ€llt er mir sehr gut (sonst hĂ€tte ich ihn auch nicht gekauft), aber auch den R129 sieht man im Wesentlichen in silber und blauschwarz. Dabei könnten doch gerade Youngtimer einen Beitrag zu etwas mehr Farbe auf der StraĂe leisten, oder? Das alleine ist Grund genug, sich einmal mit dem exklusiven designo-Programm von Mercedes zu beschĂ€ftigen, das es heute nicht mehr gibt. Vielleicht wĂ€re es ja eine Idee, gezielt nach einem designo-R129 zu suchen…? đ
Mit dem Namen designo fĂŒhrte Mercedes-Benz zur IAA 1995 ein exklusives Individualprogramm ein. Ziel war es, deutlich ĂŒber die regulĂ€re Ausstattungsliste hinauszugehen und Kunden nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Gestaltung ihres Fahrzeugs anzubieten. WĂ€hrend die Serienmodelle ein hohes QualitĂ€tsniveau boten, ermöglichte designo zusĂ€tzlich sehr auĂergewöhnliche Kombinationen aus Lackierungen, Lederfarben, Holzarten und weiteren Details. Viele Fahrzeuge wurden exakt nach den WĂŒnschen ihrer Erstbesitzer gefertigt. Das finde ich aus heutiger Sicht bei einem Youngtimer besonders faszinierend! đ

Was hat Mercedes mit designo bezweckt?
1. designo war mehr als nur eine Farbpalette
Viele verbinden designo ausschlieĂlich mit auĂergewöhnlichen Lackierungen und Lederfarben. TatsĂ€chlich verstand Mercedes das Programm von Anfang an als eine Art Manufaktur innerhalb der Serienfertigung. Kunden konnten nicht nur exklusive Lacke und Lederpolster wĂ€hlen, sondern je nach Baureihe auch ungewöhnliche Holzarten, Alcantara-Dachhimmel oder zweifarbige InnenrĂ€ume. Besonders spektakulĂ€r waren beispielsweise Steinapplikationen aus Larvikit-Granit, die Anfang der 2000er Jahre erstmals im CL (C215) und spĂ€ter auch in anderen Modellen wie dem SL angeboten wurden â ein völliges Novum in der Automobilindustrie (siehe Fotos auf Mercedes-Benz Media)!
Diese besonders exklusiven Lacke, Lederfarben und Zierelemente waren nicht in den regulĂ€ren Prospekten zu finden, sondern in eigenen designo-BroschĂŒren. Dementsprechend hatten designo-Ausstattungen natĂŒrlich auch deutlich höhere Preispositionen als z.B. regulĂ€re Lederpolster (wobei die damaligen designo-Preise heute teilweise schwierig zu rekonstruieren sind). FĂŒr designo wurde auch ein deutlich gröĂerer Aufwand betrieben, der Handarbeit in höherem MaĂe erforderte. Ein Beispiel dafĂŒr sind Lackierungen in Kleinstserien: Man muss sich vor Augen fĂŒhren, dass unterschiedliche Grundmaterialien wie Blech und Kunststoff (man denke an AuĂenspiegel, StoĂfĂ€nger oder Navi-Dachantennen) mit den selben Substratfarben im Decklack nicht gleich herauskommen. Deswegen ist ein definierter „Mismatch“ erforderlich, damit Blech- und Kunststoffteile nachher gleich aussehen. Andersherum formuliert, der Lieferant eines Kunststoffteils muss eine andere Zusammensetzung der Substratfarben verwenden als derjenige, der die Karosserieteile lackiert.
2. designo lieĂ auch komplette Individualisierung zu
Obwohl Mercedes offizielle designo-Pakete anbot, konnten Kunden â insbesondere ĂŒber die designo-Studios â auch individuelle WĂŒnsche realisieren, die nicht im Katalog standen. Spezielle Lederfarben, individuelle Farbkombinationen oder eigens angefertigte ZiernĂ€hte wurden auf Kundenwunsch umgesetzt. Dadurch existieren heute EinzelstĂŒcke oder Fahrzeuge mit Optionen, die in keiner offiziellen Preisliste auftauchen. Gerade bei Youngtimern macht das die Recherche nach der Originalausstattung heute besonders spannend und trĂ€gt dazu bei, dass besonders seltene und aufwĂ€ndige designo-Fahrzeuge auf dem Sammlermarkt hĂ€ufig einen Aufpreis erzielen.
3. Mit designo konnte Mercedes neue Farben schneller testen
Ein weniger bekanntes Detail der frĂŒhen designo-Jahre ist, dass Mercedes das Individualisierungsprogramm auch als Erprobungsfeld fĂŒr neue Farbideen nutzte. (Der Mercedes-Manager Bernhard Wippern berichtete darĂŒber in einer der jĂŒngsten Folgen des Podcasts Alte Schule.) Einige Farben wurden zunĂ€chst im designo-Programm angeboten, um ihre Marktakzeptanz zu testen. Wenn eine bestimmte Verbauquote erreicht wurde, wurde sie in das regulĂ€re Farbangebot ĂŒbernommen. Andere designo-Farbvarianten verschwanden auch schnell wieder aus dem designo-Sortiment. Eines der frĂŒhesten Beispiele ist Obsidianschwarz metallic (197U): Die elegante, tiefschwarze Metallic-Lackierung war zunĂ€chst ausschlieĂlich als designo-Farbe erhĂ€ltlich. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde Obsidianschwarz spĂ€ter in das regulĂ€re Serienprogramm aufgenommen und avancierte in den folgenden Jahren zu einer der meistgewĂ€hlten Metallic-Lackierungen der Marke.

Welche Ausstattungen umfasste designo?
designo beschrÀnkte sich also keineswegs auf eine besondere Lackierung. Vielmehr konnten nahezu alle sichtbaren Bereiche des Fahrzeugs veredelt werden.
Exklusive Sonderlackierungen
Besonders bekannt sind die auĂergewöhnlichen designo-Lacke. Neben eleganten Metallicfarben standen intensive Blau-, Rot-, GrĂŒn- oder Violetttöne zur VerfĂŒgung. Viele dieser Farben waren ausschlieĂlich ĂŒber designo erhĂ€ltlich und wurden nur in sehr kleinen StĂŒckzahlen produziert. Das nachfolgende Bild zeigt die 10 designo-Farben, die Mercedes im Jahr 1999 fĂŒr den W210 anbot. đš

Hochwertige Lederausstattungen
Ein weiteres Markenzeichen von designo waren exklusive Ledersorten in Farben, die im regulĂ€ren Programm nicht erhĂ€ltlich waren. Von tiefem Bordeauxrot ĂŒber CremeweiĂ bis hin zu Mittelblau oder Zweifarbkombinationen war nahezu alles möglich.
HĂ€ufig wurden nicht nur Sitze und TĂŒrverkleidungen, sondern auch Armaturenbrett, Mittelkonsole, Lenkrad und Schaltknauf vollstĂ€ndig beledert. SpĂ€ter lieĂ sich bei designo auch ein höherwertiges Leder bestellen, das nicht notwendigerweise eine andere Farbe hatte, sondern auch „nur“ schwarz sein konnte.
Edle Holzarten
Auch bei den Holzapplikationen bot designo zahlreiche Möglichkeiten. Statt des bekannten Wurzelnussholzes konnten beispielsweise Vogelaugenahorn, Kastanie, Ahorn oder andere exklusive Furniere bestellt werden. Je nach Kundenwunsch wurden sogar speziell angefertigte Holzarten verarbeitet.
Das nachfolgende Bild zeigt die Lederfarben und Holztöne, die designo im Jahr 1999 fĂŒr den Mercedes W210 im Angebot hatte – ein fĂŒr Mercedes ungewohnt bunter BlumenstrauĂ! đ

Alcantara, exklusive Dachhimmel und Liebe zu Details
Viele designo-Fahrzeuge erhielten einen Dachhimmel aus Alcantara sowie passende Sonnenblenden und A-, B- und C-SĂ€ulenverkleidungen. Dadurch entstand ein deutlich hochwertigeres Ambiente als bei den Serienfahrzeugen.
DarĂŒberhinaus waren es gerade die kleinen Details, die ein designo-Fahrzeug besonders machen konnten, wie zum Beispiel farblich abgestimmte Sicherheitsgurte, zweifarbig belederte LenkrĂ€der, exklusive FuĂmatten, kontrastfarbene ZiernĂ€hte, Leder an Mittelkonsole und Armaturenbrett, spezielle Einstiegsleisten und anderes. Das nachfolgende Bild zeigt die designo-Optionen fĂŒr den Mercedes SL im Jahr 2007.

Wer sich noch etwas eingehender von den designo-Optionen inspirieren lassen will, findet hier einen vollstÀndigen Mercedes-Benz designo-Prospekt aus dem Jahr 2007 in englischer Sprache als PDF-Datei:
Die zeitliche Entwicklung von Mercedes designo von 1995 bis 2021
1995 â Start des designo-Programms
Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 1995 in Frankfurt stellte Mercedes-Benz erstmals das neue Individualisierungsprogramm designo vor. Ziel war es, Kunden weit mehr Möglichkeiten zur Gestaltung ihres Fahrzeugs zu bieten, als es die regulĂ€ren Ausstattungslinien zulieĂen. Bereits zum Marktstart waren rund 10.000 Kombinationen aus Lackierungen, Lederfarben, Holzarten und weiteren Ausstattungsdetails möglich. ZunĂ€chst konnten die Baureihen C-Klasse (W202), E-Klasse (W210), S-Klasse (W140) und SL (R129) mit designo bestellt werden.
Ende der 1990er Jahre â Ausbau des Individualprogramms
Bereits kurz nach der EinfĂŒhrung eröffnete Mercedes-Benz eigene designo-Beratungszentren, zunĂ€chst in Deutschland und anschlieĂend in mehreren europĂ€ischen Metropolen. Dort konnten Kunden Farben, Materialien und Ausstattungsdetails anhand von Mustern direkt auswĂ€hlen. Gleichzeitig wuchs das Angebot stetig. Neben den im Katalog angebotenen designo-Kollektionen konnten zunehmend auch völlig individuelle KundenwĂŒnsche umgesetzt werden â von speziellen Lederfarben bis hin zu einzigartigen Holz- und Lackkombinationen.
Beginn der 2000er-Jahre â designo wird zum Luxusmerkmal
Mit neuen Modellreihen wie dem CLK (C208), dem SLK (R170), der M-Klasse (W163) und spÀter der neuen S-Klasse (W220) wurde designo auf neue Fahrzeuggenerationen ausgeweitet. Es bleibt aber vorerst noch ein recht exklusives Programm, das nicht Bestandteil der regulÀren Preislisten und Kataloge war.
Ab etwa 2005 â designo als fester Bestandteil der Modellpalette
WĂ€hrend designo zunĂ€chst vor allem wohlhabenden Individualkunden vorbehalten war, wurde das Programm in den folgenden Jahren zunehmend in die regulĂ€ren Preislisten integriert. FĂŒr zahlreiche Modelle konnten komplette designo-Pakete direkt ab Werk bestellt werden. Dadurch nahm die Zahl der designo-Fahrzeuge zu, gleichzeitig wurden vollstĂ€ndig frei konfigurierte Einzelanfertigungen seltener. (designo war Ende der 1990er Jahre deutlich individueller als spĂ€ter…)
Seit den 2010er-Jahren â Vom designo-Programm zur MANUFAKTUR
In den vergangenen Jahren wurde designo schrittweise durch die heutige MANUFAKTUR ersetzt. Das Grundprinzip blieb erhalten: auĂergewöhnliche Lackierungen, exklusive Materialien und die Möglichkeit, Fahrzeuge individueller auszustatten als im Serienprogramm. Mein Eindruck ist allerdings auch, dass MANUFAKTUR das Angebot etwas mehr in Richtung „Volumen“ ausgedehnt hat, denn es ist an vielen Stellen Bestandteil der regulĂ€rem Preislisten geworden.
2021 kĂŒndigte Mercedes-Benz offiziell an, dass das neue Individualisierungslabel MANUFAKTUR das bisherige designo-Programm ablöst. Dabei wurde erklĂ€rt, dass designo kĂŒnftig nicht mehr als Markenbezeichnung verwendet und das Individualisierungsangebot unter dem Namen MANUFAKTUR weitergefĂŒhrt wird. MANUFAKTUR knĂŒpft damit an die Philosophie an, die Mercedes-Benz 1995 mit designo begrĂŒndete.
Ein paar klassische designo-Farb-(Bei)spiele
Eines der frĂŒhen designo-Fahrzeuge steht heute im Mercedes-Benz Museum in der „Galerie der Alltagshelden“. Es handelt sich um diesen Mercedes C280 Sport der Baureihe W202 von 1996. Er trĂ€gt die intensiven Farbe designo grĂŒn metallic mit dem Mercedes-Benz Farbcode 252. Die Lederpolsterung im Inneren ist, typisch fĂŒr designo, passend dazu zweifarbig ausgefĂŒhrt.
Einer der spektakulĂ€rsten (und teuersten) Lacke dieses Programms war designo Varicolor. Die Besonderheit von Varicolor besteht darin, dass sich die Farbwirkung je nach Blickwinkel verĂ€ndert (sog. „Flip-Flop-Lacke“). Varicolor I erschien direkt 1995 mit dem Start des designo-Programms. Von dieser designo-Kultfarbe gab es vier Generationen:
| Variante | Bauzeit | Farbcode | Farbwirkung |
| Varicolor I | ca. 1995-1999 | 017 | grĂŒn-blau |
| Varicolor II | ca. 1995-1999 | 023 | grau-violett |
| Varicolor III | ab etwa 2000 | 034 | grĂŒn-gold |
| Varicolor IV | ab etwa 2000 | 036 | grau-blau |
Beim Mercedes R129 gab es die vglw. bekannten designo Edition-Modelle fĂŒr GroĂbritannien (150 Exemplare) und Japan (67 Exemplare), die grundsĂ€tzlich in Varicolor I (017) ausgeliefert und mit farblich abgestimmtem Interieur, blauem Verdeck und weiteren exklusiven Details kombiniert wurden. Die nachfolgenden Bilder zeigen einen 1998er Mercedes SL500 designo Edition aus Japan.
Bildquelle: Mercedes-Clique (Link zum Artikel)
Ein schönes Beispiel ist auch dieser Mercedes S 500 L 4matic in der designo-Farbe Varicolor IV aus dem Jahr 2003, der im Jahr 2020 beim Premium-HÀndler Auto Leitner verkauft wurde.
Bildquelle: Motor-Talk (Link zum Artikel)
Auch fĂŒr das Mercedes G-Modell gab es ein umfangreiches designo-Angebot. Hier zum Beispiel findet sich ein Mercedes G320 CDI der Baureihe W463 aus dem Jahr 2010. Er trĂ€gt gemÀà Datenkarte die Lackierung 041U DESIGNO GRAPHIT METALLIC, ergĂ€nzt durch die designo-Ausstattungen ZK7 DESIGNO POLSTER LEDER GRAPHITGRUEN sowie ZM5 DESIGNO ZIERELEMENTE PAPPEL NATUR in Verbindung mit ZM6 DESIGNO LENKRAD U.WAEHLHEBEL PAPPEL NATUR.
Bildquelle: Kultwagenhalle Johannes Wolf (Link zum Inserat)
Warum frĂŒhe designo-Fahrzeuge heute besonders begehrt sind
Gerade Fahrzeuge aus den ersten Jahren des Programms besitzen heute einen besonderen Reiz. Sie entstanden hĂ€ufig noch in enger Abstimmung mit dem Kunden und weisen teilweise Kombinationen auf, die kein zweites Mal gebaut wurden. Anders als spĂ€tere designo-Pakete waren viele dieser frĂŒhen Fahrzeuge echte MaĂanfertigungen.
FĂŒr Sammler und Liebhaber sind daher insbesondere originale designo-Fahrzeuge aus den Jahren 1995 bis etwa 2003 besonders interessant. Eine vollstĂ€ndige Dokumentation durch die Datenkarte oder die Neuwagenrechnung erhöht ihre AttraktivitĂ€t zusĂ€tzlich und kann sich positiv auf den Marktwert auswirken.
Zu welchem Preis frĂŒhe designo-Fahrzeuge heute gehandelt werden
Werfen wir mal einen Blick auf den Markt im Portal mobile.de. Aus dem Zeitraum 1995 bis 2005 werden dort derzeit rund 7.700 Mercedes-Modelle mit Standort Deutschland und maximal 200.000 Kilometern angeboten. Davon haben 48 Inserate die Bezeichnung „designo“ im Titel – wir sprechen bei designo also in etwa ĂŒber rund ein halbes Prozent aller inserierten Mercedes-Youngtimer. Nicht viel đ
Werfen wir mal einen Blick auf die aktuellen Preispunkte dieser Modelle.
Die teuersten designo-Modelle im Angebot sind zwei G 500 CabriolĂ©t, die zu Preisen rund um 180.000 Euro angeboten werden. Ein echter designo-Aufschlag ist hier fĂŒr mich spontan nicht erkennbar, diese Modelle werden tatsĂ€chlich zu solchen Preisen gehandelt.

Ebenfalls bei den etwas höherpreisigen designo-Youngtimermodellen finden sich limitierte Fahrzeuge wie ein Mercedes-Benz CLK 500 designo by Giorgio Armani. Er entstand tatsĂ€chlich in Zusammenarbeit mit dem Modeschöpfer Armani und wurde in den Jahren 2004/2005 produziert. Weltweit wurden nur 100 StĂŒck gebaut. Das Exterieur trĂ€gt eine spezielle, matte designo-Lackierung âSabbia Magnoâ (ein warmer Sandton mit leicht grĂŒnlicher Nuance); im Inneren finden sich braunes designo Leder Cuoio, hochwertige technische Textilien und lederbezogene Zierteile statt klassischer Holzleisten.
Hier wird ein deutlicher Mehrpreis aufgrund des designo-Sondermodells deutlich.
Mercedes CLK 500 designo by Giorgio Armani (Bildquelle: mobile.de, abgerufen am 26.07.2026)
Unter den designo-Modellen im Angebot finden sich sehr hĂ€ufig Mercedes SL-Modelle. FĂŒr mich ist das plausibel, da es sich um hochpreisige Fahrzeuge handelte, bei denen eine ausgefallene Farbwahl eher ins Konzept passte als bei einer seriösen S-Klasse-Limousine. Ein gutes Beispiel ist dieser Mercedes SL 320 aus dem Jahr 1997, dessen Lackierung vivianitgrĂŒn keine designo-Lackierung ist. Die Datenkarte offenbart jedoch, dass auf besonderen Kundenwunsch im Inneren das extraweiche „Leder Condor 610 der Firma Lindgens“ zu verwenden war. Lindgens war ein bekannter deutscher Lederlieferant fĂŒr die Automobilindustrie. Es handelt sich also um eine spezielle LederqualitĂ€t/Farbe, die abweichend von der Serie verbaut wurde.
Mercedes SL 320 in vivianitgrĂŒn mit Sonderleder condor 610 (Bildquelle: mobile.de, abgerufen am 26.07.2026)
Die designo-Modelle des Mercedes-Benz SLK der ersten Baureihe (R 170) sind heute noch vergleichsweise gĂŒnstig zu finden, obwohl sie durch ihre besonderen Lackierungen, Lederkombinationen und die geringe Verbreitung einen besonderen Sammlerreiz besitzen. Sie stellen (noch) das „untere Ende“ des designo-Preisspektrums im Youngtimer-Segment dar und bieten gerade im Vergleich zu spĂ€teren designo-Sondermodellen einen attraktiven Einstieg in die Welt der Mercedes-Individualisierung. Gut erhaltene Fahrzeuge mit originaler designo-Ausstattung könnten daher langfristig interessant sein, da sie bislang noch nicht die WertschĂ€tzung vieler anderer Sondermodelle erreicht haben.
Ein sehr attraktives Beispiel könnte dieses aktuelle Inserat eines Mercedes SLK 320 aus dem Jahr 2001 sein, der mit 146.000 km Laufleistung fĂŒr 5.800 Euro inseriert wird. Er trĂ€gt gemÀà Datenkarte die Lackierung X70 Leder Designo-Mysticblau und ein zweifarbiges Designo-Leder. Auf besonderen Kundenwunsch wurden auĂerdem auch die ĂberrollbĂŒgel in Designo-Leder beledert.
Worauf sollten KĂ€ufer achten?
Ganz wichtig: Nicht jeder Mercedes mit bunter Innenausstattung ist ein designo-Modell. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe ihres Lebens nachtrÀglich umgebaut, lackiert, foliert oder neu gepolstert. Nur der Blick auf die Datenkarte und die Ausstattungscodes schafft hier Klarheit. Originale designo-Ausstattungen sind dort grundsÀtzlich entsprechend vermerkt.
Ebenso lohnt sich ein genauer Blick auf den Zustand. Gerade helle Lederausstattungen oder empfindliche Sonderlackierungen können aufwendig und kostspielig zu restaurieren sein.

Mein Fazit
Um es kurz zu machen: Ich könnte mich fĂŒr den „richtigen“ designo-Youngtimer sehr begeistern!
Andersherum muss ich aber auch sagen, dass ich nicht alle designo-Modelle, auf die ich gestoĂen bin, selbst kaufen wollen wĂŒrde. Den S 500 4matic in Varicolor IV finde ich zum Beispiel sehr faszinierend, wĂŒrde ihn aber nicht kaufen. Es mĂŒsste auch bei einem Youngtimer ein stimmiges Farbkonzept sein. Der oben abgebildete SL 500 in designo-Edition in Varicolor I mit farblich abgestimmten Innenraum wĂŒrde fĂŒr mich in diese Kategorie fallen, genau wie der SL 320 mit Leder Condor 610 oder der SLK 320 in Mysticblau mit blauem Leder. Ich habe mir jedenfalls bei mobile.de mal einen Suchauftrag fĂŒr Mercedes-Youngtimer mit dem Titelinhalt „designo“ eingerichtet – und bin gespannt, was mir da in den kommenden Wochen und Monaten begegnen wird… đ
Habt Ihr Erfahrungen mit designo-Youngtimern von Mercedes? Ich freue mich ĂŒber aller RĂŒckmeldungen in den Kommentarfeldern unter dem Beitrag!

































