
Ein frohes neues Jahr 2026 wĂŒnsche ich Euch allen – möge es viel Gesundheit und Freude bringen! Letzteres schlieĂt bei vielen von uns auch das Youngtimer-Hobby ein. Ich selbst wĂŒrde im Jahr 2026 gerne mal wieder einen Youngtimer (ver-) kaufen, was ich aus ZeitgrĂŒnden zwischen Beruf, Familie und anderen Lebensinhalten nun schon lĂ€nger nicht mehr geschafft habe. Dementsprechend durchforste ich an den freien Tagen rege die gĂ€ngigen Portale⊠đ
NatĂŒrlich folge ich dabei meinen PrĂ€ferenzen, die viel mit schönen Limousinen von Jaguar, BMW und Mercedes der 90er Jahre zu tun haben. Unweigerlich stoĂe ich ganz nebenbei aber auch auf faszinierende Fahrzeugangebote auĂerhalb meines Suchradiusâ â faszinierend deshalb, weil ich dabei gelegentlich auf Autos treffe, die in diesem Zustand eigentlich gar nicht mehr marktexistent sind (und die ich zugleich mehr als kultig finde). Ein klassischer Fall von âmĂŒsste man eigentlich alle kaufenâ⊠đ Oder? Hier sind mal fĂŒnf Beispiele!

Bevor wir in meine fĂŒnf aktuellen Lieblingsinserate aus der Kategorie âabseits des Mainstreamsâ eintauchen, möchte ich noch einen Disclaimer loswerden: Ich habe keines der Fahrzeuge persönlich gesehen und kenne auch keinen der HĂ€ndler. Es handelt sich schlicht um Inserate, die mir im Kopf geblieben sind. (Der VollstĂ€ndigkeit halber: Bei ernsthaftem Kaufinteresse wĂŒrde ich kritisch prĂŒfen, ob sich die geringen Laufleistungen anhand vorhandener Unterlagen wie einem glaubwĂŒrdigen Original-Scheckheft, HU-Berichten und seriösen Werkstattrechnungen ĂŒber die Jahrzehnte nachvollziehen lĂ€sst. Wenn das nicht der Fall ist, wĂ€re ich persönlich nicht bereit, ein Preispremium fĂŒr die niedrige Laufleistung zu zahlen.)
(1) Ford Scorpio 2.9i Ghia Cosworth von 1991 mit 29.000 Kilometern
Der erste Ford Scorpio war 1985 ein bemerkenswerter Schritt fĂŒr Ford Deutschland: Mit ihm zielte Ford darauf ab, sich im Wettbewerb mit BMW und Mercedes mit einer groĂen, heckangetriebenen Stufenhecklimousine zu etablieren. Seine Ausstattung war fĂŒr die Zeit bemerkenswert: Mit beheizter Windschutzscheibe, Tempomat, elektrisch verstellbaren Sitzen vorne und hinten, spĂ€ter auch Allradantrieb. Er war der erste GroĂserien-Pkw in Europa mit serienmĂ€Ăigem ABS und gewann 1986 die Wahl zum Auto des Jahres.
Heute ist von ihm auf deutschen StraĂen nicht mehr viel zu sehen: Ich wĂŒĂte nicht, wann ich zuletzt einem Scorpio I begegnet bin. Auch auf den gĂ€ngigen Portalen sind Inserate gut erhaltener, originalbelassener Ford Scorpio der ersten Serie kaum noch existent.
Umso bemerkenswerter ist dieses Angebot: Hier wird das Topmodell â ein Scorpio 2.9i Ghia Cosworth mit 195 PS â und einer Laufleistung von nur 26.000 Kilometern angeboten! Diese Seltenheit hat ihren Preis: 19.900 Euro sind fĂŒr einen Ford Scorpio, dessen Preise ansonsten im Bereich weniger Tausend Euro liegen, selbstbewusst.

Die Gretchenfrage: Rechtfertigt sein Zustand den Preis von nahezu 20.000 Euro (ein wahrheitsgemĂ€Ăes Inserat vorausgesetzt)? Diese Frage ist bei einzigartigen Angeboten kaum grundsĂ€tzlich zu beantworten, weil es keinen Markt im eigentlichen Sinne gibt, anhand dessen ein Vergleich möglich wĂ€re. Ich selbst kann mir gut vorstellen, dass es irgendwo in Deutschland (oder sogar dem benachbarten Ausland) jemanden gibt, der fĂŒr solch ein Auto preislich in die Region nahe 20.000 Euro gehen wĂŒrde â ein einzelner KĂ€ufer reicht fĂŒr ein einzigartiges Angebot schlieĂlich schon aus đ
Das Inserat enthĂ€lt 52 schöne, hochwertige Fotos, mit denen auch diejenigen ein bisschen ins TrĂ€umen geraten können, die ihn nicht kaufen. Ich habe ein paar Bilder aus dem Inserat des HĂ€ndlers O.C.G. Classics hier eingefĂŒgt:
Bildquelle: AutoScout24 / C.O.G. Classics GmbH
(2) Maserati Quattroporte von 1996 mit nur 24.000 Kilometern
Der Maserati Quattroporte war â anders als der Ford Scorpio â schon immer ein seltener Anblick auf deutschen StraĂen. Hier steht die vierte Generation des traditionsreichen Modells, die von 1994 bis 2001 produziert wurde, mit nur rund 26.000 Kilometern Laufleistung und den Fotos nach in sehr ansehnlichem Zustand. Von dieser Baureihe wurden in der gesamten Laufzeit ĂŒbrigens nur 2.400 StĂŒck bei Maserati produziert, es ist also zweifelsohne ein seltenes Fahrzeug.

Ja, das Design dieser Generation des Quattroporte, war zugegebenermaĂen etwas eigenwillig. Umso individueller steht er aber heute da, finde ich. FĂŒr rund 25.000 ⏠bekommt man hier einen faszinierenden Youngtimer, der wirklich weit ab vom Mainstream steht.
auch hier habe ich mal ein paar Fotos vom Inserat des HĂ€ndlers AutoSL in DĂŒsseldorf zur Anschauung eingefĂŒgt.
Bildquelle: AutoScout24 / AutoSL GmbH
(3) Jaguar XJ6 Sovereign 4.0 von 1992 mit nur 24.000 Kilometern
Der Jaguar XJ40 ist nicht so selten wie ein Quattroporte, aber auch er fĂ€llt sowohl im StraĂenverkehr als auch auf Youngtimer-Messen auf. Insbesondere gut erhaltene Exemplare mit geringer Laufleistung in attraktiven Farbkombinationen sind nicht hĂ€ufig anzutreffen. Alles das trifft auf dieses Fahrzeug von 1992 zu: Gerade die 20.000 Kilometer ĂŒberschritten, vollstĂ€ndig im Originalzustand, und ein Sovereign (unterhalb des Daimlers die höchste Ausstattungslinie) in einer Top-Farbkombination. Auch beim XJ40 steigen derweil die Preise fĂŒr solche Exemplare: Der HĂ€ndler Gasolicious in Belgien erfragt 18.000 Euro fĂŒr dieses Auto.

Auch hier gilt bezogen auf die Preisfrage, dass Fahrzeuge mit einer so geringen Laufleistung praktisch nicht marktexistent sind â es fehlt daher der Vergleich. Ich selbst kann den Preisansatz durchaus nachvollziehen fĂŒr KĂ€ufer, die ein Auto mit so geringer Laufleistung suchenâŠ
Auch hier sind ein paar Fotos aus dem Inserat von Gasolicious, da das Auto aus meiner Sicht wirklich schön anzuschauen ist đ
Bildquelle: AutoScout24 / Gasolicious.be
(4) BMW 528i Individual von 1998 mit nur 7.000 Kilometern
Auch das gibt es immer mal wieder: Ein Auto aus den 90er Jahren, dessen Vorbesitzer mit ihm bis heute keine 10.000 Kilometer gefahren sind. Im Falle dieses 528i der Baureihe E39 sind es sogar nur 7.000 Kilometer.
Hinzu kommt, dass es sich um Fahrzeug mit Individual-Ausstattung handelt. Das Individualprogramm wurde von BMW 1989 offiziell begrĂŒndet und war in den 90er Jahren fĂŒr 7er (E32, E38) und 5er (E34, E39 wie hier) ein Bestandteil des Angebots, um das eigene Auto ab Werk noch exklusiver gestalten zu können. Dazu gehörten typischerweise individuelle Lackierungen und mehrfarbige Lederausstattungen im Innenraum.

Dieser BMW 528i wurde in einem intensiven Blauton lackiert (dessen Bezeichnung ich leider nicht kenne) und von innen mit zweifarbigen Lederpolstern konfiguriert, die die AuĂenlackierung aufgreifen.
Auch wenn der BMW E39 kein besonders seltener Youngtimer ist, bekommt man mit diesem 528i ein vermutlich ziemlich einzigartiges Angebot, das aus Zustand, Laufleistung und Individualausstattung resultiert. Es war nicht anders zu erwarten, dass sich das auch im Preis widerspiegelt. Mit knapp 27.000 Euro ist das auch der mit Abstand teuerste 528i, der aktuell angeboten wird. Reizvoll finde ich das Angebot nichtsdestotrotz! đ Solange es online ist, findet sich hier der Link zum Inserat.
Bildquelle: AutoScout24 / Autohaus Cuntz Neustadt
(5) Alfa Romeo 156 2.5 V6 24V von 1998 mit nur 32.000 Kilometern
Zu guter letzt geht es nach Italien. Auch die Marke Alfa Romeo ist im deutschen Youngtimer-Geschehen nicht besonders prĂ€sent und bietet immer wieder die Chance, sehr exklusive Fahrzeuge zu vergleichsweise ĂŒberschaubaren Kaufpreisen zu fahren. Ich meine damit Angebote wie zum Beispiel diesen Alfa 166, den ich vor einem Jahr in diesem Beitrag vorgestellt habe.
Unweit von Verona in Norditalien wird dieser Alfa Romeo 156 2.5 V6 angeboten, der eine Laufleistung von nur 32.000 Kilometern haben soll. Dieser Alfa-Youngtimer verfĂŒgt ĂŒber den legendĂ€ren Busso-V6 mit 190 PS, der als einer der klangvollsten Sechszylinder gilt. (Ich selbst hatte leider noch nicht das VergnĂŒgen, einen zu fahren.)

Und auch hier möchte sich der HĂ€ndler den Ausnahmezustand des Fahrzeugs gerne bezahlen lassen. 18.500 Euro sind fĂŒr einen Alfa Rome 156 2.5 V6 eine Hausnummer. Auch hier gilt ĂŒber den vorherigen Inseraten, dass es einen Liebhaber braucht, der einen solches Modell im bestmöglichen Zustand sucht und dafĂŒr auch einige Tausend Euro mehr zu bezahlen bereit ist. Hier ist der Link zum Inserat (solange es noch online ist).
Bildquelle: AutoScout24 / Special Car Di Cimicchi Stefano
Fazit: Sollte man so einen kaufen?
Ich finde alle fĂŒnf inserierten Autos absolut faszinierend. In der Annahme, dass die Inserate wahrheitsgetreu sind, findet man hier einzigartige âSurvivorâ, die man in diesem Zustand kaum ein zweites Mal finden dĂŒrfte. Mein Favorit aus den fĂŒnfen wĂ€re ĂŒbrigens der Ford Scorpio 2.9i Ghia Cosworth, obwohl ich ansonsten keine emotionale Beziehung zu Ford habe. Er verkörpert in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Ford Deutschland hatte eine ernstzunehmende, innovative Oberklasse-Limousine im Angebot, dieses Modell verbindet den âplĂŒschigenâ Ghia-Komfort mit dem sonoren Charakter eines Cosworth-V6 â und es gibt den Scorpio I heute auf der StraĂe schlichtweg nicht mehr. đ§
Allen fĂŒnf ist auch gemeinsam, dass der mutmaĂliche Top-Zustand mit extrem niedrigen Laufleistungen zu einem deftigen Preisaufschlag fĂŒhrt. Ich habe aber bereits anklingen lassen, dass es fĂŒr mich nachvollziehbar ist, dass einzigartige Angebote ein paar Tausend Euro mehr kosten.
Und trotzdem kaufe ich eher keinen von den fĂŒnfen. Mein Augenmerk liegt eher auf einem besonders schönen Jaguar Daimler Double Six (âeinmal im Leben muss man einen Zwölfzylinder fahrenâ), einem XJR, oder vielleicht einem BMW E38. Wir werden sehenâŠ
Guten Start ins neue Jahr! đ











































