
Eigentlich müsste man mit einem klassischen Jaguar-Youngtimer mal nach England – das habe ich seit Jahren latent im Hinterkopf. Ende vergangenen Jahres haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht und für die Ostertage 2026 gebucht: Es geht mit der ganzen Familie und einem guten Freund sowie mit zwei Youngtimern – seinem Mercedes 560 SEL und meinem Jaguar Daimler V8 – ab auf die Insel. 🏝️
An Karfreitag war es endlich soweit und wir sind gegen 7:30 Uhr zuhause aufgebrochen – sechs Personen und zwei Youngtimer. 😊 Es ging vom grenznahen Kreis Viersen über die Grenze in die Niederlande, vorbei an Eindhoven, nach Belgien über Antwerpen und Ostende bis zum Hafen im französischen Calais.

Im Hafen von Calais erwartete uns zunächst der Check-In zur P&O-Fähre, anschließend ging es zur UK Border Control. Die formaljuristische Einreise mit dem Jaguar nach England haben wir also bereits auf französischem Boden erfolgreich geschafft! 🇬🇧

Anschließend durften wir bei kräftigem Seewind noch rund 45 Minuten warten, bis beide Limousinen auf die Fähre rollen durften.

In Zone 7D sind der Jaguar und der Mercedes bestens untergekommen, um den Ärmelkanal zu überqueren. Einer der Einweiser war ein junger Mann aus Frankreich, der sich ganz begeistert von unseren Autos zeigte. Als wir kurz ins Gespräch kamen, interessierte er sich sehr für den Mercedes („I am a big Mercedes fan! From when is this car?” „It is from 1990.“ „Oh, amazing. I was born in 1999. The car is nine years older than me!”).

Nach rund 90 Minuten Überfahrt konnten unsere Youngtimer englischen Boden unter ihre Räder nehmen. Der Jaguar war vielleicht das erste Mal seit seiner Produktion im Werk Coventry im Jahr 2000 wieder zurück im Land seines Ursprungs.

So fuhren wir vorbei an den Kreidefelsen in Dover auf die M20 in Richtung London, dann auf die M25/M26 in Richtung Westen, um dann abzubiegen auf die M3 nach Southampton und Bournemouth.

Der Linksverkehr war für uns eine willkommene Abwechslung. Ein bisschen Konzentration am Steuer ist ganz hilfreich, um im Verkehr fehlerfrei mitschwimmen zu können, und man merkt eben, dass man in England ist… 👍
Über AirBnb hatten wir uns bereits vor Monaten ein nettes Haus am Meer auf der Sandbanks-Peninsula gebucht. Das ist ein sehr nettes Flecken England am Meer mit einem vergleichsweise milden Klima und schönen Stränden. Das Wetter war über die Ostertage durchwachsen, aber wir hatten auch viele Sonnenstunden und haben die Region sehr genießen können.

Für uns war es eine sehr gelungene Kombination aus einem Familienurlaub mit zwei klassischen Youngtimern. Ich habe es immer wieder aufs Neue genossen, mit dem Jaguar durch die schöne Landschaft Südenglands zu kurven, und dazu gibt es mehr als genug Ziele für die ganze Familie – auch wenn das Wetter nicht immer nur sonnig war 😊

Die nächste Stadt von unserer Unterkunft auf den Sandbanks ist Bournemouth, die seit Jahrhunderten vom Tourismus als Badeort mit langen Stränden und mildem Klima lebt. Teilweise ist Bournemouth etwas in die Jahre gekommen, aber ich habe es dennoch als sehr charmantes Städtchen mit sehr schönen Stränden und viktorianischen Parks empfunden! Genau richtig, um hier mit einem klassischen Jaguar unterwegs zu sein… 😉

Der alte Hafen von Portsmouth war aus unserer Sicht ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel. Die ganze Gegend wurde toll renoviert und hier gibt es viel zu sehen und zu tun. Auf dem Spinnaker Tower lässt sich eine tolle Aussicht genießen, man kann alte Schiffe besichtigen, in den alten Hafen wurde ein modernes Shopping Outlet integriert, man kann in den alten Hafen rüber spazieren und traditionelle Pubs genießen, und mit den Kindern zum Clarence Pier-Vergnügungspark gehen. Das war echt stark!

Der Blick auf die schöne Küstenregion vom Spinnaker Tower aus über 100 Meter Höhe hat sich absolut gelohnt! 🗼
An dieser Stelle würde ich auch gerne ein Wort zu unseren beiden Fahrzeugen verlieren. Mein Jaguar Daimler V8 wurde im Jahr 2000 produziert. Er trägt die schöne Außenfarbe Emerald Green und ist innen in Leder Charcoal ausgestattet. Der Mercedes 560 SEL ist glatte zehn Jahre älter. Er wurde im Oktober 1990 gebaut und trägt die (ebenfalls perfekt passende) Farbe dunkelblau 904 mit Leder blau im Inneren.

Das Interieur beider Limousinen ist mit Walnußwurzelholz und Ledersitzen adäquat luxuriös ausgestattet. Die Philosophien dahinter sind dennoch deutlich unterschiedlich. Im Jaguar sitzt man tiefer, mehr vom Cockpit umschlossen, einem britischen Clubsessel ähnlich. Das Cockpit des Mercedes ist aufgeräumter, funktionaler, man sitzt höher und mehr auf den Sitzen als darin.


Beide Limousinen haben den langen Radstand – sie trennt in der Länge ein Zentimeter (es sind stolze 5,16 Meter beim Mercedes zu immerhin 5,15 Meter beim Jaguar). Dementsprechend komfortabel konnten die Kinder im Fond beider Limousinen residieren – inklusive Sitzheizung und elektrischer Sitzverstellung 👍


Die erwähnten Unterschiede in den Fahrzeugkonzepten setzen sich anhand des Fahreindrucks fort. Beide haben auf ihre Art viel Spaß auf den englischen Landstraßen gemacht. Im Jaguar sitzt man tiefer und fühlt sich etwas näher an der Straße, auch weil das Fahrwerk direkter mit den Kurven interagiert. Der 4-Liter-Saugmotor im Jaguar braucht bei forcierter Gangart ein bisschen mehr Drehzahl, um für zügige Fortbewegung zu sorgen. Der Mercedes thront etwas höher über der Straße, lässt sich aber dennoch gut und auch erstaunlich zielgenau durch die Kurven dirigieren.


Beim Umstieg aus dem Jaguar in den Mercedes fällt sofort der drehmomentstarke 5,6-Liter-V8 auf. Er schiebt bereits bei niedrigen Drehzahlen ab 1.000/min stark an, der Wunsch nach Drehzahlen über 3.000/min erübrigt sich bei den in England erlaubten Geschwindigkeiten komplett. Man würde im alltäglichen Gebrauch deshalb nicht denken, dass der Jaguar nominell 5 PS stärker ist als der Mercedes (284 PS im Jaguar zu 279 PS im Mercedes). Spürbar ist hingegen das höhere Drehmoment des Mercedes (430 Nm im Mercedes zu 380 NM im Jaguar).




Wir konnten die englischen Landstraßen in unserem Duo also hervorragend genießen. Und nachdem sich das Wetter an Ostersonntag noch nicht ganz sicher war, wie sonnig es werden sollte, wurden wir ab Ostermontag mit Sonne pur verwöhnt – auch das macht natürlich nochmal einen großen Unterschied! 🌞




Die Sandbanks-Halbinsel selbst ist ein nettes Fleckchen Erde mit wunderschönen Stränden, sehr exklusiven Grundstücken und überraschend vielen Nobel-Youngtimern. Hier sind der Vollständigkeit halber ein paar Eindrücke von den Sandbanks rund um Ostern.
Am Steuer der Luxus-Youngtimer der 90er Jahre haben wir in vielen Fällen ältere Herrschaften gesehen, die vermutlich mit ihren Autos gealtert sind, aber nicht selten auch jüngere Menschen. Ein paar habe ich mal „just for fun“ fotografiert. 😊
Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck haben wir uns am Mittwoch nach Ostern bei bestem Wetter wieder auf den Weg zurück nach Dover gemacht. Es war ein toller Trip mit einer schönen Mischung an Aktivitäten, sowohl für die Familie als auch für uns als Youngtimer-Liebhaber. Und für mich war es ein besonderes Vergnügen, meinen Jaguar nach dreizehn Jahren das erste Mal nach England gefahren zu haben! 🇬🇧
Ich hoffe, Ihr hattet ebenso erholsame Ostertage. 🐣 Welche Youngtimer-Trips habt Ihr unternommen? Ich freue mich wie immer über Eure Kommentare unter dem Beitrag. 💬















