
Vor ĂŒber zwei Monaten, in der letzten MĂ€rz-Woche nĂ€mlich, war es soweit. Der französische VerkĂ€ufer meines Jaguar Daimler Super V8 war so freundlich, mir das Auto bis nach Hause in die heimische Tiefgarage zu bringen. Ich hatte in diesem Beitrag schon darĂŒber berichtet.
FĂŒr die Zulassung in Deutschland gibt es bei einem Youngtimer aus dem europĂ€ischen Ausland zwei grundsĂ€tzliche Wege. Entweder man geht den Weg einer Vollabnahme, die eines Termins vor Ort beim SachverstĂ€ndigen bedarf (und einige hundert Euro kostet), oder man hat die ausreichende Papierlage fĂŒr die direkte Zulassung als europĂ€isches Importfahrzeug beim Amt.
Ich habe mich fĂŒr letzteres entschieden, da mein Jaguar Daimler Super V8 aus Frankreich kam, das StraĂenverkehrsamt in Viersen die französische Hauptuntersuchung anerkennt, und da ich das Auto ohne rote Nummern oder eine Tageszulassung auch nicht zu einer Vollabnahme hĂ€tte bewegen können.

FĂŒr die Zulassung ist dann allerdings eine so genannte EU-KonformitĂ€tsbescheinigung (CoC, Certificate of Conformity) erforderlich. WĂ€hrend das CoC bei vielen deutschen Autos wie zum Beispiel Mercedes Ende der Neunzigerjahre bereits serienmĂ€Ăig in der Bordmappe lag, war das bei Jaguar leider noch nicht der Fall. Nach etwas Googeln habe ich mich dazu entschieden, eine der vielen Agenturen im Internet zu bemĂŒhen. Mehr oder weniger zufĂ€llig bin ich bei der Agentur ProCOC SAS in Mulhouse gelandet. Am 23. MĂ€rz hatte ich auf der Webseite nach AusfĂŒllen des Online-Formulars 270 Euro fĂŒr ein CoC entrichtet. Ich wurde dann gebeten, Fotos vom Fahrzeug und der französischen Zulassung zuzusenden, was ich am 2. April per Email tat.
Am 9. April erhielt ich dann folgende Antwort: âEntweder behalten wir die Bestellung zum ursprĂŒnglichen Preis bei, wobei die Lieferzeit zwischen 4 und 12 Wochen variieren kann, oder wir haben einen anderen Lieferanten, bei dem der Preis jedoch 360 Euro betrĂ€gt (Sie mĂŒssten dann einen Aufpreis von 90 Euro zahlen) und die Bearbeitungszeit 15 Werktage betrĂ€gt.â
Ich entschied mich fĂŒr letzteres und habe am 10. April weitere 90 Euro ĂŒberwiesen. Aus den 15 Werktagen wurden ein paar mehr; am 6. Mai erhielt ich dann per Email diese PDF-Datei, einige Tage spĂ€ter kam noch ein einfacher Ausdruck per Post.
So weit, so gut. Am 18. Mai ging es dann mit dem Ausdruck dieser Bescheinigung und den französischen Papieren morgens zum StraĂenverkehrsamt in Viersen. Die Dame am Schalter versuchte gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten, mein Fahrzeug zuzulassen. Leider waren die Angaben in meinem CoC und in den französischen Papieren jedoch nicht in Deckung zu bringen mit den Angaben, die die Eingabemaske fĂŒr die Zulassung in Deutschland forderte. Nach 20 Minuten brachen sie den Versuch ab und baten mich, beim einer entsprechende Stelle eine Datenkarte im deutschen Format zu beantragen.
Das geht zum Beispiel beim TĂV Nord, der auf dieser Seite ein eigenes Online-Formular fĂŒr die Anfrage von DatenbestĂ€tigungen betreibt. Nachdem ich dort noch am selben Abend die erfragten Daten und Fotos vom Fahrzeug hochgeladen hatte, bekam ich prompt einen Tag spĂ€ter prompt ein Angebot per Email. FĂŒr 150 Euro netto könne man mir problemlos ein Datenblatt fĂŒr den Jaguar erstellen. Am 21. Mai habe ich die Rechnung bezahlt, am 26. Mai kam das Datenblatt per Email und wenige Tage spĂ€ter war es auch per Post im Briefkasten.
Das hat wirklich gut geklappt – ein Dankeschön an den TĂV Nord fĂŒr diesen Service! đ
Am 1. Juni war ich dann erneut frĂŒh morgens beim StraĂenverkehrsamt in Viersen, nun ausgerĂŒstet mit folgenden Dokumenten:
- Französische Zulassung („carte grise“)
- Französische Hauptuntersuchung („contrĂŽle technique pĂ©riodique“)
- Certificate of Conformity
- DatenbestĂ€tigung vom TĂV Nord
- eVB-Nummer von meiner Versicherung
- Reservierung meines Wunschkennzeichens
- Vorab online bestellte Nummernschilder
- Personalausweis
Und siehe da: Das lange Warten hat sich gelohnt, nach 20 Minuten war ich nun endlich im Besitz von Brief, Schein und Nummernschildern fĂŒr meinen Jaguar! đ

Ich habe das schöne Wetter heute Abend natĂŒrlich fĂŒr eine ausgiebige Probefahrt genutzt, von der ich hier gerne ein paar fotografische EindrĂŒcke teile… đ
RĂŒckblickend kann man sich entscheiden, ob man das Glas als halbvoll oder halbleer ansieht: Einerseits war es recht langwierig, die nötige Papierlage zu beschaffen, um einen Jaguar von 1998 in Deutschland zuzulassen. Angesichts der Tatsache, dass diese Auto sein Leben in den Niederlanden und Frankreich – direkten NachbarlĂ€ndern also – verbracht hat, hĂ€tte ich mir eine unkompliziertere Zulassung gewĂŒnscht. Andererseits hat es am Ende tatsĂ€chlich geklappt, ohne erneut zur Hauptuntersuchung oder gar zur Vollabnahme zu mĂŒssen.
Welche Erfahrungen habt Ihr mit der Zulassung von Youngtimern aus dem Ausland in Deutschland gemacht?








